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Summer Term 2017

 

 

Forschungskolloquium

 

 

DIE FABRIK DES WISSENS

 

Das Wissen, sogar die abstrakteste philosophische Idee, schwebt nicht (oder nicht nur) in einem ewigen geistigen Himmel, sondern stellt (auch) ein Produkt menschlicher Tätigkeiten dar, das ein komplexes Dispositiv voraussetzt. Im Forschungskolloquium werden wir vier Einrichtungen, die für dieses Dispositiv konstitutiv sind, untersuchen. 

In jeder der vier Sitzungen (Fr 14-18 Uhr) werden wir gemeinsam mit einer Referentin einen der folgenden vier Aspekte ausgehend von einer historischen Perspektive behandeln. Im ersten Teil des Kolloquiums (14-16 Uhr) werden wir einen Text seminarartig lesen und kommentieren, während die Gastrednerin im zweiten Teil (16-18 Uhr) zu ihren aktuellen Forschungen vortragen wird. 

1) Am 23. Juni wird Frau Dr. Vanina Kopp (Deutsches historisches Institut Paris) die Bedeutung der materiellen Wissensorganisation durch die Architektonik einer der berühmtesten Bibliotheken des Spätmittelalters (um 1400) veranschaulichen („Der König und die Bücher. Zum kulturwissenschaftlichen Umgang mit der mittelalterlichen Louvrebibliothek“). 

2) Am 30. Juni wird Frau Dr. Anna Tropia (Humboldt-Universität zu Berlin) die Rollen der Lehre als Vermittlung, Indoktrination und Umformung des geerbten Wissens am Beispiel des ersten Kurses zur aristotelischen Psychologie am Pariser jesuitischen College (1564) behandeln („The first Jesuit philosophical course taught at the Parisian College: Maldonado's De natura, origine et immortalitate animae, 1564“). 

3) Am 7. Juli wird Frau Dr. Silvia Negri (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) über die Demut als wissenschaftliche Tugend, die im Mittelalter eingehend erörtert wurde, referieren. Diese geistige sowie körperliche Einstellung setzte ein gewisses Selbstbild (self) des Intellektuellen voraus oder trug umgekehrt zur Konstitution dieses Selbstbildes bei („Mens humilis. Zur mittelalterlichen Ethik des Wissens“). 

4) Endlich werden wir uns am 14. Juli mit der Wissenssystematisierung, bzw. mit der enzyklopädischen Einordnung der Kenntnisse beschäftigen. Frau Dr. Maria Evelina Malgieri (Università degli Studi di Bari Aldo Moro) wird ein paradigmatisches Beispiel für diese Art vereinfachtes Handhaben des Wissens behandeln: das Historische und Kritische Wörterbuch von Pierre Bayle, das an der Schwelle der Moderne (1697) verfasst wurde („Bayles' Dictionnaire im Spannungsfeld zwischen Biographie und Begriff“).

Studierende aus dem Master Philosophie und Studierende aus dem Master-Programm Mittelalter- und Renaissance-Studien müssen zum Erwerb von 3 ECTS-Punkten an allen Sitzungen teilnehmen und die Textlektüren eingehend vorbereiten.

Die Veranstaltung findet viermal im Semester statt. Termine: 23.06.2017, 30.06.2017, 07.07.2017, 14.07.2017.

Um die Texte (bzw. das Passwort des ILIAS-Kurses) im Voraus zu erhalten, können die Teilnehmer die Dozentin (Catherine König-Pralong) ab Semesterbeginn anschreiben.

 

 

Programm SoSe 2017


Textlektüre: 

14:15-16:00 Uhr 

Vortrag: 

16:15-18:00 Uhr

 

23.06HS 1108 (KG I)

Dr. Vanina Kopp (Deutsches historisches Institut Paris)
Der König und die Bücher. Zum kulturwissenschaftlichen Umgang mit der mittelalterlichen Louvrebibliothek

30.06HS 1108
(KG I)

Dr. Anna Tropia (Humboldt-Universität zu Berlin)
The first Jesuit philosophical course taught at the
Parisian College: Maldonado's De natura, origine et immortalitate animae, 1564

07.07HS 1108 (KG I)

Dr. Silvia Negri (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)
Mens humilis. Zur mittelalterlichen Ethik des Wissens

14.07HS 1224
(KG I)

Dr. Maria Evelina Malgieri (Università degli Studi di Bari Aldo Moro)
Bayles' Dictionnaire im Spannungsfeld zwischen Biographie und Begriff

 

  

 

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