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WS 2016/2017

 

Vorlesung | Philosophie nach dem Turmbau von Babel

 Mo 14-16 Uhr c.t. | KG I, HS 1098

Catherine König-Pralong

 

In den Szenarien der Kulturgeschichte verkörpert der Turmbau von  Babel die Vielzahl der Sprachen, ihre Entwicklungen und Vervielfältigungen im Laufe der Geschichte. Im philosophischen Diskurs wird auf der semantischen Ebene die Annahme einer mentalen Sprache, die allen Menschen jenseits der unterschiedlichen Sprachen gemeinsam sei, aufgestellt und in Frage gestellt, sowie das Verhältnis der Kommunikationssprachen zu dieser inneren Sprache untersucht. Darüber hinaus erörterten die Philosophen seit Aristoteles auf der semiotischen Ebene die Referenz der Wörter und der Begriffe: Wie kann ein Name oder ein mentaler Begriff ein Ding der Außenwelt  bezeichnen oder repräsentieren? In der Vorlesung werden diese Fragen in historischer Perspektive, von Aristoteles (4. Jh.  v. Chr.) zu Dante Alighieri (14. Jh.  n. Chr.) behandelt. Wir werden insbesondere die Ansätze von Aristoteles, Augustin, Peter Abelard, Thomas von Aquin und Dante rekonstruieren und vergleichen. 

 

Proseminar Meister Eckhart und die moderne Erfindung der deutschen Mystik

 Blockseminar | HS 1023

Mario Meliadò

 

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde Meister Eckhart (†1328) zum Held einer historiographischen Mythologie erhoben, die eine Rebellion der Mystik gegen die Herrschaft der Scholastik inszenierte und den mittelalterlichen Anbruch eines deutschen philosophischen Geistes zu markieren beanspruchte. Der Begriff der „deutschen Mystik“, der noch in der heutigen Fachliteratur wirkt, ist nämlich als eine Erfindung der modernen Historiographie zu erhellen, die seit der Romantik spürbar danach strebte, durch den Rückbezug auf das Mittelalter eine Ursprungserzählung der deutschen nationalen Kultur zu (re)konstruieren. Im Seminar analysieren wir die Wandlungen und die Appropriationen des Eckhartbildes in der Moderne, um sie als Spiegel konkurrierender Vernunft– sowie Moralitätsideale zu betrachten und zu hinterfragen. Denn die Schriften Eckharts stellten seit ihrer Wiederentdeckung ein Kolonisierungsfeld dar, in dem sich unterschiedliche Modelle der Rationalität, der Kultur und der Religion konfrontierten und ihre historische Legitimation erarbeiteten.

 

Im Seminar erschließen wir die Geschichte der modernen Eckhart-Interpretationen, ohne jedoch darauf zu verzichten, uns im Voraus mit der Lektüre der mittelalterlichen Quellen zu befassen und anhand der neuesten Forschungen den intellektuellen Kontext zu eruieren, in dem Eckhart als Prediger und Universitätsmagister sein philosophisches Projekt entwickelte. Wir werden die Beteiligung Eckharts an den scholastischen Debatten seiner Zeit und seine Aneignung der neuplatonischen und aristotelischen Tradition berücksichtigen, um zu ermitteln, inwiefern sein Denken die gängigen Wissenskonzeptionen und die Grenzen der mittelalterlichen Disziplinen herausforderte. Hierdurch wird das Ideal einer völligen Durchdringung zwischen Bibel und Philosophie sowie eine Auffassung der metaphysischen Gotteserkenntnis in Erscheinung treten, die zugleich eine ethische Umformung des Menschen voraussetzt, wobei diese sich in der Rückkehr der Seele zu ihrem Prinzip und in der radikalen Aufhebung ihres Unterschieds zu Gott vollzieht.

 

Termine des Blockseminars: Fr. 28.10.2016, 16-18 Uhr (Vorbesprechung); Do., 26.1.2017, 14-18 Uhr; Fr. 27.1. 2017, 14-18 Uhr; Do., 2.2. 2017, 14-18 Uhr; Fr. 3.2. 2017, 14-18 Uhr; Do. 9.2. 2017, 14-18 Uhr; Fr. 10.2. 2017, 14-18 Uhr.

 

 

 

   
 
 
 
 
 
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